Ausflug ins LVR-Museum Papiermühle Alte Dombach

Gemeinsam mit unseren Freunden des BeWo-Langenfeld besuchten wir am 27. Juni die ehemalige Papiermühle in Bergisch-Gladbach, das größte Papiermuseum in Deutschland. Bei brütender Hitze konnten wir es uns im klimatisierten Bus gut gehen lassen und die schöne Landschaft des Bergischen Landes im Vorbeifahren genießen.
Bei der Ankunft lag noch ein kleiner Weg vor uns, dann erwartete uns eine sehr nette Museumsmitarbeiterin, die uns durch die alten kühlen Gemäuer führte und uns die Herstellung von Papier in früherer und heutiger Zeit sehr gut erklärte. Was mussten die Menschen für ein Blatt Papier früher schuften und unter welchen Bedingungen!

Heute wird das alles von Maschinen erledigt, und es werden auch keine sogenannten Lumpen mehr zur Herstellung von Papier verwendet, sondern seit 1843 Zellulose, die aus Holzspänen gewonnen wird.
Oder Baumwolle, die für Künstlerpapiere zur z.B. Aquarellmalerei verwendet wird. Es gibt nur noch wenige Papiermühlen weltweit, die nach den alten Rezepturen Papiere herstellen. Für besondere Ansprüche in der Kunst, z.B. graphische Drucke oder hochwertige Aquarellmalerei werden immer noch Hadern für das handgeschöpfte Büttenpapier genutzt. Auf dem Sieb, oft mit dem sogenannten “Wasserzeichen” der jeweiligen Papiermühle versehen, entsteht der berühmte Büttenrand, der das Papier so wertvoll erscheinen lässt. Das Wasserzeichen ist ein Motiv aus Draht, das auf dem jeweiligen Sieb befestigt ist und beim Schöpfen im Papier einen Abdruck hinterlässt, der im getrockneten Zustand gegen das Licht gehalten gut sichtbar ist. Jede Papiermühle ist auf eben dieses Zeichen sehr stolz. Der Künstler sollte beim Gebrauch eines solchen Papiers darauf achten, dass das Wasserzeichen auf der “richtigen” Seite an der “richtigen” Stelle zu sehen ist.
Künstlerpapier zeichnet sich außerdem noch durch die sogenannte Grammatur aus, die die Dicke, bzw. das Gewicht des Papiers betrifft. Je höher die Grammatur, desto belastbarer ist das Papier, was die Wasseraufnahme beim Aquarellieren oder Reißfestigkeit bei Drucken erhöht.

Aber zurück zu unserem Ausflug.
Nachdem wir das durch das Bächlein mit seinem Wasserrad betriebene “Lumpenstampfwerk” kennengelernt hatten, erlebten wir eine kleine Zeitreise. Im ersten Raum durfte jeder von uns ein Büttenpapier aus einem großen mit Wasser und Papierbrei gefüllten Bottich mit einem gerahmten Sieb schöpfen. Die Papiere wurden aus dem Rahmen auf Tüchern übereinander gestapelt und dann in eine Presse gegeben, um das überschüssige Wasser auszupressen. Zum Trocknen ging es dann auf den wirklich sehr warmen Speicher, wo die Bögen einfach wie Wäsche über Leinen gehängt wurden.

Im Nachbarraum wurde uns dann das Verfahren zur Papierherstellung der heutigen Zeit vorgeführt. Unter lautem Getöse sprang die Papierstraße der Laborpapiermaschine an. Nachdem das Papier etliche Stahlrollen umwunden hatte, kam am Ende ein blaugefärbtes Papier heraus, das sich wie die uns bekannte Küchenrolle anfühlte.

Mit all diesen neuen Erfahrung traten wir den Heimweg an, der noch von einem gemeinsamen wunderbaren italienischen Essen gekrönt wurde.

Danke an Gisela für die tolle Organisation und Danke an den Verein HPH-Freunde e.V., der uns wieder großzügig finanziell unterstützt hat.